Das Schwangerschaften nicht immer ganz problemlos verlaufen, ist weitläufig bekannt. Dass es jedoch auch zu Problemen kommen kann, wenn die Eltern eine ungünstige Blutgruppenkombination aufweisen, dürfte einige überraschen.
In Mitteleuropa haben etwa 83 % der Menschen Rhesus-positives Blut und entsprechend 17 % negatives. Falls eine Frau mit negativem Rhesus-Faktor ein Kind von einem Rhesus-positiven Mann empfängt, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dieses Kind auch Rhesus-positiv ist. Bei der ersten Schwangerschaft stellt dies noch kein Problem dar, obwohl die Mutter dann schon Abwehrstoffe gegen das Rhesus-positive Blut des Kindes bildet. Ab der zweiten Schwangerschaft mit einem Rhesus-positiven Kind können diese Abwehrstoffe aber über die Plazenta in den Fötus gelangen und dessen Blutkörperchen angreifen, was zu Schäden oder einer Fehlgeburt führen kann. Heutzutage ist dies unter medizinischer Betreuung zum Glück kein größeres Problem mehr, da die Schwangere mit einem Serum (Anti-D-Globulin) geimpft werden kann, welches die Bildung der problematischen Abwehrstoffe verhindert.
Es gibt also durchaus gute Gründe, die eigene Blutgruppe zu kennen und bei einer möglichen Schwangerschaft relativ frühzeitig einen Frauenarzt aufzusuchen.